bbz in Zahlen

Einen Bericht über das Jahr 2020 zu schreiben ohne auf die Corona-Pandemie einzugehen, ist wohl kaum möglich. Zweifelsohne war es das Jahr, das Menschen und Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt hat, wirtschaftlich und persönlich.

Eine schier unüberschaubare Vielfalt an Veränderungen und Belastungen mussten Menschen jeden Alters, jeder sozialen Stellung und jeder sozialen (Ein-) Bindung meistern. Mal gut, mal weniger gut.

Aber auch für die Firmen und Unternehmen, die wir betreuen, hatte bedingt durch wegbrechende Absatzmärkte und Rückgang bei den Umsätzen, die Pandemie teilweise schwerwiegende Folgen. Der Caritasverband Koblenz reagierte ebenfalls flexibel und lösungsorientiert auf diese Situation. Die Bedeutung psychosozialer Beratung für die Mitarbeiter*innen wurde nicht in Frage gestellt, da es gerade in Krisenzeiten für die Unternehmen wichtig ist, die Belegschaft zu unterstützen, wo es möglich ist. 
Als Beratungszentrum standen wir mit vielen Mitarbeiter*innen von Unternehmen in Kontakt, die Kontaktbeschränkungen, soziale Isolation, Arbeitsplatzveränderungen und Unsicherheiten bezüglich des Arbeitsplatzes gepaart mit vielfältigen Ängsten sehr herausfordernd empfanden. Dies hatte nicht zuletzt auch Auswirkungen auf die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit. Depressive Störungen und vermehrter Konsum von Alkohol und Nikotin sind nur zwei Reaktionen, die in unterschiedlichen Studien über Auswirkungen der Pandemie beschrieben wurde und sich auch bei uns im Arbeitsalltag widerspiegelten. 

Die Anzahl der Klienten mit einer psychischen Störung, hier insbesondere der Depressionen, haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. 2020 betrug der prozentuale Anteil depressiver Erkrankungen an der Gesamtzahl aller betreuten Klient*innen immerhin 12 %.

Verteilung der Einzelfallberatung nach Modulen 2020

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Hintergründe der Beratung bei Erschöpfungszuständen 2020

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Bei den Hintergründen zur Kontaktaufnahme bei seelischen Erschöpfungszuständen unterscheiden wir zwischen psychischen Problemen (Depression, Angststörungen o.ä.), Angehörige (Familienmitglieder mit oder ohne eigene Problematik) und Arbeitsplatz (Störungen am Arbeitsplatz, die zu einem Burnout führten).
Bei den Neuzugängen in 2020 sind besonders auffällig die Probleme im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz. Überforderung, Burnout und Angst vor einem Arbeitsplatzverlust trieben die Zahl auf 51% aller Neuzugänge vor dem Hintergrund einer Erschöpfungssymptomatik. 

 

Neuzugänge – Aufteilung nach Modulen

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Die Zahl der Neuzugänge von Betroffenen im Verhältnis zu der Gesamtzahl der Betreuten lag 2020 bei 53 %.
Die Nachfragen im Zusammenhang mit süchtigem Verhalten sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken und die Anfragen nach psychosozialer Beratung (Lebensberatung) sind weiterhin konstant geblieben.  

Eine Besonderheit des letzten Jahres waren die Häufigkeit der Trennungsberatungen bei Paaren. Dies ist wohl auch auf die Pandemie und die dadurch bedingten Kontaktbeschränkungen und die Beschränkung auf die Kernfamilie zurückzuführen. Wenn viel Zeit miteinander verbracht werden muss, kann auch die Gefahr von Konflikten und unerfüllten Wünschen und Erwartungen in der Partnerschaft steigen.

In der Schuldnerberatung gab es einen leichten Zuwachs bei den Neuzugängen. Die konkrete Schuldnerberatung war jedoch sehr zeitintensiv, da einige Klient*innen bis zu 90 Gläubiger hatten und es ein großer Aufwand war, eine aktuelle Schuldenaufstellung zu erstellen.

Im Gegenzug konnten wir viele Beratungen und Betreuungen abschließen, da die schnelle und unbürokratische Hilfe einer Verfestigung der Symptomatik entgegenwirkt und die Betroffenen sich besser stabilisierten und ihren gewohnten Alltag wiederaufnehmen konnten. Hierzu zählen auch die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und die Wiederaufnahme der Arbeit.

 

Beratung bei Abhängigkeitsproblematik 2020

Ein viertel aller Beratungen standen im Zusammenhang mit schädlichem oder abhängigen Konsum von Alkohol und/oder Drogen. Bei 57% ging es um das eigene Konsumverhalten und 43% kamen als Angehörige von suchtkranken Partnern oder Kindern. 

 

 

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